Ein sensibler Anbau für die Villa Schmölder in Hochneukirch
Die Villa Schmölder in Hochneukirch ist ein markanter Ort im Schmölderpark. Die Villa wird derzeit von der Lebenshilfe genutzt, die mit ihrer Wohngruppe an die Grenzen des vorhandenen Raumangebots stößt. Schmale Architekten hat für das historische Gebäude ein Konzept entwickelt, das die Qualität des Bestands bewahrt und zugleich die räumlichen Voraussetzungen für eine respektvolle, zeitgemäße Nutzung schafft.
Neubau als sinnvolle Ergänzung der historischen Struktur
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie historische Substanz erhalten und gleichzeitig der steigende Raumbedarf der Lebenshilfe sinnvoll aufgefangen werden kann. Die Villa wird seit 1981 von der Lebenshilfe als Wohngruppe genutzt, stößt mit ihren 18 Zimmern jedoch an funktionale Grenzen. Das Planungskonzept sieht deshalb vor, das Bestandsgebäude grundlegend zu sanieren und durch einen ergänzenden Neubau zu erweitern. So kann zusätzlicher Wohnraum entstehen, ohne die besondere Wirkung der Villa im Park zu verlieren. Der historische Bestand bleibt dabei der Ausgangspunkt. Die Villa Schmölder besitzt zwar keinen Denkmalschutz, wird aber als prägendes und baukulturell wertvolles Gebäude verstanden, das im Zusammenspiel mit dem Park eine besondere Atmosphäre entfaltet. „Die Fassade hat eine starke, aber unaufgeregte Stringenz, der Neubau nähme diese Attribute auf“, erklärt Dipl.-Ing. Markus Schmale, Architekt BDA. Der Neubau soll sich nicht in den Vordergrund drängen, sondern die vorhandene Struktur sinnvoll ergänzen.
Bauliche Verknüpfung von Alt und Neu
Geplant ist ein moderater Anbau, der sich in seiner Höhenentwicklung an der Traufhöhe der Villa orientiert und mit abgesetztem Abstand zum Altbau positioniert wird. Zwischen den beiden Baukörpern entsteht ein gläsernes Treppenhaus, das Alt und Neu miteinander verknüpft. Dadurch bleibt die historische Villa in ihrer Wirkung eigenständig, während der Neubau als ruhige, zurückhaltende Ergänzung fungiert.
Auch die innere Organisation folgt diesem Gedanken. Die neuen Räume werden so angelegt, dass sie den Anforderungen an barrierefreies Wohnen gerecht werden und den Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner erleichtern. Nasszellen, Bewegungsflächen und die Erschließung werden entsprechend ausgelegt, damit auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität die Räume gut nutzen können. Drei Zimmer im Obergeschoss bleiben nicht barrierefrei, der überwiegende Teil des Gebäudes ist jedoch entsprechend erschlossen.
Bewahrung des besonderen Charakters der Villa Schmölder
Im Erdgeschoss entsteht ein enger Bezug zum Park, der die besondere Lage des Hauses aufgreift. Die Villa bleibt damit nicht nur Wohnort, sondern auch Teil einer räumlichen und landschaftlichen Gesamtstruktur. Ziel ist es, den Charakter des Ortes zu bewahren und gleichzeitig neue Nutzungsqualität zu schaffen. Zusätzlich besteht der Vorschlag, ein mobiles Café, einen Foodtruck oder einen Pavillon in den Park zu integrieren, um einen weiteren Ort der Begegnung zu schaffen.
Die Villa Schmölder wird nicht als abgeschlossenes Denkmal behandelt, sondern als lebendiger Ort, der auf behutsame Weise weiterentwickelt werden kann. Mit Sanierung, Ergänzung und barrierefreier Umstrukturierung entsteht ein Konzept, das architektonische Qualität, funktionale Anforderungen und den besonderen Kontext des Schmölderparks miteinander verbindet.
© Hintergrundbild: Lothar Berns, NGZ
Zu dem Artikel „Mobiles Café im Schmölderpark könnte zum Treffpunkt werden“, erschienen am 29.06.2026 auf RP-Online.de:
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