SCHMALE|architekten
SCHMALE architekten
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Mehr Platz für eine verbesserte Wohn- und Lebensqualität

Gebäudekategorie: Alten- und Seniorenzentren/ Verwaltungen
Bauherr: Diakoniewerk Neuss-Süd e.V.
Anschrift Bauobjekt: Gohrer Straße 34, 41466 Neuss

Umbau und Erweiterung des Seniorenzentrums Heinrich-Grüber-Haus in Neuss.

Das Seniorenzentrum Heinrich-Grüber-Haus wurde 1976 in Trägerschaft der Diakonie Neuss Süd gGmbH in Neuss – Weckhoven eröffnet. 2002 wurde das Seniorenzentrum erweitert und umgebaut und bietet auf fünf Wohnbereichen Platz für 90 Menschen aller Pflegegrade.

Das derzeitige Gebäudeensemble besteht aus mehreren Bauabschnitten. Durch die Aufstockung von zwei weiteren Geschossen (im zweiten Bauabschnitt) über dem eingeschossigen Eingangsbaukörper soll das Heinrich-Grüber-Haus erweitert und die unmittelbar daran anschließenden Flure und Zimmer umgebaut werden. Der eigentliche Bestandsbaukörper des Seniorenzentrums wird nicht umgebaut und bleibt ohne Änderungen im Bestand erhalten.

Durch den Umbau und die Erweiterung des Heinrich-Grüber-Hauses können in Zukunft neue Pflegeplätze für Seniorinnen und Senioren angeboten werden

Mit dem Ersatzneubau werden die Verwaltungsstrukturen besser organisiert und gleichzeitig die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter verbessert.

Über dem 1. Obergeschoss des geplanten Neubaus soll eine Dachterrasse entstehen. Diese ermöglicht den Bewohnern einen einfachen und schnellen Zugang zu dem begrünten Außenbereich.

Der intensiv begrünte „Demenz-Dachgarten" bietet den Bewohnerinnen und Bewohnern des Seniorenzentrums einen geschützen Raum zum Verweilen.

Durch den Abbau von vier Doppelzimmern und eine Neuaufstockung werden die zwei Etagen um jeweils sieben Einzelzimmer erweitert. Durch die Umplanung entfallen im Bestand je Etage (1.-2. OG) zwei Doppelzimmer für neue Gemeinschaftsbereiche, zusätzlich wird ein neues Einzelzimmer im ehemaligen Gemeinschaftsbereich errichtet. Insgesamt sind dann 98 Bettenplätze vorhanden. Außerdem können durch die Erweiterung und den Umbau die Wohngruppen innerhalb des Altenheims neu aufgeteilt und organisiert werden, wodurch nicht nur die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter optimiert, sondern auch die Wohnbedingungen für die Bewohner verbessert werden. Zusätzlich soll über dem 1. Obergeschoss des geplanten Neubaus eine Dachterrasse entstehen. Dies ermöglicht den Bewohnern einen einfachen und schnellen Zugang zu den begrünten Außenbereichen.

Das ursprünglich als Schwesternwohnheim geplante Gebäude entspricht nicht den heutigen Anforderungen an eine Tagespflegeeinrichtung für Senioren. Insbesondere die Barrierefreiheit ist nicht gegeben (keine ausreichenden Bewegungsflächen, Hochparterre, keine schwellenfreie Ein- und Ausgänge). Außerdem gibt es durch die kleinen, engen Räume nur ein sehr begrenztes Raumangebot für die Gäste und die Mitarbeiter. Durch den Ersatzneubau kann die Tagespflege zeitgemäß gestaltet und von 14 auf 23 Plätze vergrößert und somit der sehr hohen Nachfrage gerecht werden.

Auch die Bestandssituation der zum Altenpflegeheim und der Tagespflege gehörenden Verwaltung entspricht in den derzeitigen Räumlichkeiten im 1.Obergeschoss nicht den aktuellen Anforderungen an moderne Arbeitsplätze.
Die schlechte Auffindbarkeit der Eingänge, sowie die Aufteilung auf verschiedene Gebäudeteile und das Raumangebot, mit beispielsweise fehlenden Besprechungsräumen, entsprechen nicht dem Bedarf des Diakoniewerk Neuss-Süd. Mit dem Ersatzneubau können die Verwaltungsstrukturen besser organisiert werden.

Das neu errichtete Treppenhaus dient sowohl dem Zugang der Verwaltung von Osten als auch der Tagespflege von Westen. Diese Kombination der Zugänge ermöglicht eine komprimierte Erschließung bei zeitgleicher Trennung der Nutzer bzw. deren Zuwegung. Insbesondere die Gäste der Tagespflege haben auf Grund der häufig schlechten Orientierung ein besonderes Schutzbedürfnis. Daher wird auch der Gartenbereich als geschützter „Raum“ ausgeführt.

Es wird kein neuer Aufzug zur Andienung des Neubaus geplant. Sollte in Einzelfällen ein barrierefreier Zugang zum 1. Obergeschoss ermöglicht werden müssen, kann der Bestandsaufzug im Altenheim genutzt werden und über die Verbindung im 1. Obergeschoss die Verwaltung erreicht werden. Auch das Kellergeschoss wird über das Treppenhaus an das Altenheim angebunden. Im Erdgeschoss wird keine Verbindung zwischen Bestand und Neubau hergestellt.

Darüber hinaus wird das Gelände um die Tagepflege angehoben, damit die Gäste eine einfache und barrierefreie Möglichkeit bekommen, die neugestalteten, abgetrennten Außenbereiche zu nutzen.

ECKDATEN ZUM PROJEKT

KONSTRUKTION: Anbau: Massivbau (Mauerwerk und Beton) mit intensiver Dachbegrünung
Aufstockung: extrem Leichtbau in Hybridbauweise mit Stahltragwerk, vorgespannten Betondecken, Systemdach und Trockenbau-Außenwänden

ENTWURF: Markus Schmale, Dipl.-Ing. Architekt BDA, Michael Müller, Dipl.-Ing. (FH) Architekt

LEISTUNGSPHASEN: LP1-9

EINREICHUNG BAUANTRAG: April 2021
Abbruch: Oktober bis Dezember 2022
Neubau: Januar 2023 bis Mai 2025 (2. Bauabschnitte)